Freelancer-Websites sind eine beliebte Möglichkeit, um als Selbstständige:r an neue Aufträge zu kommen und die eigene Karriere voranzutreiben. Über diese Online-Marktplätze kannst du dich gezielt auf ausgeschriebene Projekte bewerben oder von Unternehmen direkt gefunden werden. Welche Freelancer-Plattformen es gibt, welche Unterlagen du für die Anmeldung benötigst und worauf du bei Rechnungen und Steuern achten solltest, erfährst du hier.
Freelancer-Plattformen sind digitale Marktplätze, auf denen Firmen kurz‑ oder langfristige Projekte ausschreiben und freie Expert:innen aus der ganzen Welt auswählen. Anstatt mühselig Kaltakquise zu betreiben, können Selbständige ihr Profil anlegen, Fähigkeiten und Stundensätze hinterlegen und sich direkt auf passende Ausschreibungen bewerben. Viele dieser Online-Portale bieten daneben Matching‑Algorithmen, automatisierte Zahlungsabwicklung, Vertragsvorlagen und sogar Versicherungen. Im Gegenzug wird meist eine Provision oder ein Mitgliedsbeitrag fällig.
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Es gibt eine Vielzahl an Freelancer-Plattformen auf der ganzen Welt. Im Folgenden vergleichen wir ausgewählte Freelancer-Portale, die für Selbstständige in Deutschland besonders relevant sind. Im Fokus stehen Funktionsweise, Gebührenmodell und Anmeldung.
Als einer der größten globalen Marktplätze richtet sich Upwork vor allem an Freelancer:innen, die international arbeiten möchten und mit englischsprachigen Kund:innen kein Problem haben. Der Einstieg erfolgt über einen kostenlosen Basic-Account, der monatlich 10 sogenannte Connects enthält. Diese werden benötigt, um sich auf Projekte zu bewerben. Wer häufiger aktiv ist, kann für 19,99 US-Dollar pro Monat auf das Plus-Abo upgraden, das zusätzliche Connects, Einblicke in Konkurrenzgebote und eine optionale Profil-Ausblendung bietet.
Seit 2025 erhebt Upwork je nach Projekttyp eine variable Servicegebühr zwischen 0 und 15 Prozent des Umsatzes pro Vertrag. Die konkrete Gebühr wird vor Vertragsannahme transparent angezeigt und bleibt während der gesamten Laufzeit konstant. Für sogenannte Direktverträge mit externen Kund:innen zahlen Plus-Mitglieder keine Gebühren, während Basic-Nutzer:innen 5 Prozent abgeben.
Für die Registrierung sind eine E-Mail-Adresse, Angaben zu Fähigkeiten und Berufserfahrung sowie eine Identitätsprüfung erforderlich. Zusätzlich verlangt Upwork einen Steuerfragebogen (W-8BEN oder W-9), um US-Steuervorgaben einzuhalten. Die Plattform bietet mit dem integrierten Time Tracker eine eigene Zeiterfassung für Stundenprojekte und nutzt Treuhandkonten (Escrow), um Zahlungen abzusichern.
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Im Gegensatz zu klassischen Projektbörsen setzt Fiverr auf ein anderes Prinzip: Statt sich auf Ausschreibungen zu bewerben, bieten Freelancer:innen hier vordefinierte Dienstleistungen zu festen Preisen an. Diese sogenannten Gigs können von Käufer:innen direkt gebucht werden. Ergänzend gibt es Programme wie Fiverr Pro für geprüfte Expert:innen sowie Bereiche für wiederkehrende Projekte.
Auf Käuferseite fällt eine Servicegebühr von 5,5 Prozent des Auftragswerts an, bei Bestellungen unter 200 US-Dollar zusätzlich ein Small-Order-Zuschlag von 3,5 US-Dollar. Verkäufer:innen erhalten 80 Prozent des Umsatzes, da Fiverr pauschal 20 Prozent einbehält. Beim Logo-Maker-Programm variiert die Provision je nach Level sogar zwischen 20 und 50 Prozent.
Die Anmeldung ist kostenlos und relativ schlank gehalten. Neben E-Mail-Adresse und persönlichen Angaben werden Leistungen, Preise und optional ein Portfolio hinterlegt. Für Auszahlungen müssen ein Bankkonto oder PayPal angebunden werden. Fiverr stellt ein Treuhandsystem bereit und bietet mit Learn from Fiverr eigene Weiterbildungsmöglichkeiten. Wer sichtbar bleiben möchte, sollte allerdings wissen: Der Algorithmus belohnt kontinuierliche Aktivität und schnelle Reaktionszeiten.
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Mit einem klaren Fokus auf Unternehmen und erfahrene Freelancer positioniert sich Malt (ehemals Hopwork) als B2B-Plattform für den europäischen Markt. Vermittelt werden vor allem IT-, Tech- und Kreativprojekte. Unternehmen wählen geeignete Freelancer anhand verifizierter Profile aus, während Malt die Zahlungsabwicklung übernimmt.
Für Freelancer ist die Nutzung kostenlos. Die Servicegebühr zahlen ausschließlich die Auftraggeber:innen: 10 Prozent im Starter-Tarif, 15 Prozent im Advanced-Tarif. Für größere Unternehmen gibt es Enterprise-Pakete. Ergänzende Angebote wie Malt Open oder Malt Strategy beinhalten zusätzliche Services wie Projektmanagement oder Beratung.
Voraussetzung für die Freischaltung ist ein vollständiges Profil inklusive Steuer- und Sozialversicherungsnachweisen. Malt bietet zusätzlich eine integrierte Berufshaftpflichtversicherung sowie ein Inkasso-System, das vor Zahlungsausfällen schützt.
freelance.de richtet sich gezielt an den deutschsprachigen Markt und vermittelt vor allem IT-, Consulting- und Business-Projekte. Unternehmen veröffentlichen Projektanfragen, Freelancer:innen bewerben sich oder werden über Matching-Funktionen gefunden.
Für Freelancer:innen sind alle Mitgliedschaften kostenlos. Auf Rechnungen fallen keine Gebühren an. Auftraggeber:innen zahlen erst bei erfolgreicher Vermittlung eine Servicegebühr, deren Höhe vom gewählten Modell abhängt: 10 Prozent im Self-Service, 13 Prozent im Recruiting-Service und 16 Prozent im Full-Service.
Freelancer:innen hinterlegen im Profil ihre Berufserfahrung, Verfügbarkeit und Stundensätze. Die Plattform richtet sich primär an erfahrene Selbstständige und setzt eine ordnungsgemäße Anmeldung als Gewerbetreibende:r oder Freiberufler:in voraus.
Als spezialisierte Projektbörse ist freelancermap besonders im IT- und Business-Umfeld etabliert. Freelancer:innen können Projekte durchsuchen, sich bewerben und über den Talentpool von Unternehmen gefunden werden.
Die kostenlose Basis-Mitgliedschaft erlaubt bis zu 10 Bewerbungen pro Monat. Die Premium-Mitgliedschaft kostet 13,99 Euro pro Monat und bietet unbegrenzte Bewerbungen, höhere Sichtbarkeit, sofortige Projektbenachrichtigungen und Statistiken. Eine optionale Profilverifizierung kostet 50 Euro jährlich für Premium-Mitglieder und 75 Euro für Basiskonten.
Die Anmeldung erfolgt per E-Mail-Adresse, anschließend werden Projekterfahrung, Verfügbarkeit und Stundensatz hinterlegt. Premium-Nutzer:innen profitieren zusätzlich von einem persönlichen Account-Manager und Zugang zu exklusiven Projekten.
💡 Gut zu wissen: Um in Deutschland selbstständig zu arbeiten, musst du dich vorher beim Finanzamt anmelden und erhältst eine eigene Steuernummer, über die du deine selbstständigen Einnahmen abrechnen kannst. Dafür ist jedoch entscheidend, ob du freiberuflich oder gewerblich tätig sein wirst, da hierfür unterschiedliche Anmeldungen notwendig sind.
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Die meisten Freelancer-Plattformen finanzieren sich über Vermittlungs- oder Servicegebühren, die entweder vom Honorar der Freelancer:innen abgezogen oder den Auftraggebenden zusätzlich berechnet werden. Die meisten Plattformen finanzieren sich über Service- oder Vermittlungsgebühren. Diese werden je nach Anbieter unterschiedlich erhoben. Typische Modelle sind:
Wichtig: Die Plattformgebühr ist eine betrieblich veranlasste Ausgabe, die du in Deiner Buchhaltung berücksichtigen kannst.
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Auch bei der Rechnungsstellung gibt es unterschiedliche Modelle, abhängig davon, wie stark die Plattform in die Zahlungsabwicklung eingebunden ist:
Es kann auch vorkommen, dass die Plattform dir zwei separate Abrechnungen ausstellt: Eine an den Auftraggeber, der die Zahlung veranlasst, und eine von der Plattform selbst an den Freelancer oder die Freelancerin, auf der die Vermittlungsgebühr ausgewiesen wird.
💡 Tipp von Accountable: Nutzt du das Steuerprogramm von Accountable, kannst du Rechnungen ganz einfach hochladen und korrekt abspeichern. So hältst du deine Buchhaltung immer aktuell und kannst später mit der Software in wenigen Minuten deine Steuererklärungen vorbereiten.
In Deutschland müssen selbständige Einnahmen aus Freelancer‑Plattformen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Du benötigst hierfür eine Steuernummer (bei Gründung eines Gewerbes oder bei Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit). Die Plattformen bieten unterschiedliche Hilfen bei der Rechnungserstellung, ersetzen aber nicht die rechtliche Beratung.
Auf deine Gewinne aus der selbständigen Tätigkeit fällt Einkommensteuer an. Diese erklärst du im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung. Dabei werden deine Einnahmen den betrieblichen Ausgaben gegenübergestellt, sodass sich der zu versteuernde Gewinn ergibt. Nach Abgabe erhältst du vom Finanzamt einen Steuerbescheid mit der festgesetzten Steuerlast.
Bei der Umsatzsteuer wird es schon etwas komplizierter. Grundsätzlich ist hierbei entscheidend, ob du Kleinunternehmer:in bist oder nicht, denn Kleinunternehmer:innen sind von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Dementsprechend musst du also keine Umsatzsteuer ausweisen oder abführen.
Wenn du umsatzsteuerpflichtig bist, dann musst du auch bei Einnahmen aus Freelancer-Plattformen Umsatzsteuer ausweisen. Für die Rechnungsstellung ist hier aber besonders wichtig, in welchem Land der Rechnungsempfänger ansässig ist. Sitzt er in Deutschland, weist du normal Umsatzsteuer aus.
Sitzt er im Ausland aber in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union, fällt das Reverse Charge Verfahren an und die Umsatzsteuerpflicht verschiebt sich auf die auftraggebende Person.
Bei der Rechnungsstellung in ein sogenanntes Drittland (ein Land außerhalb der EU) entfällt prinzipiell erst einmal die Ausweisung der Umsatzsteuer. Allerdings musst du dabei individuelle Steuerregelungen beachten.
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Erfolgreich über Freelancer-Plattformen Aufträge zu gewinnen, hängt nicht nur von der gewählten Plattform ab, sondern vor allem davon, wie du dich präsentierst und wie gezielt du vorgehst. Wer diese Mechanismen dieser Plattformen versteht und bewusst nutzt, erhöht seine Chancen deutlich.
Plattformen für Dienstleistungen sind eine tolle Möglichkeit, um in die Selbstständigkeit zu starten. Nur darf dabei das Thema Steuern nicht vernachlässigt werden.
Online‑Marktplätze bieten einen unkomplizierten Einstieg in die Selbständigkeit. Dank automatischer Akquise und Zahlungsabwicklung können Freelancer schnell erste Aufträge gewinnen und ein Netzwerk aufbauen. Wichtig ist allerdings, die Geschäftsmodelle zu vergleichen: Die Gebührenspanne reicht von kostenlosen Portalen bis hin zu Plattformen mit zweistufigen Provisionsmodellen. Teste mehrere Anbieter, um herauszufinden, welcher am besten zu deinen Skills und zu deiner Zielkundschaft passt. So erschließt du neue Märkte und bringst deine Selbständigkeit auf das nächste Level.
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Welche Freelancer-Plattform ist für den Einstieg am besten geeignet?
Das hängt stark von deiner Tätigkeit und deiner Zielgruppe ab. Internationale Plattformen wie Upwork oder Fiverr bieten viele Projekte, sind aber oft sehr wettbewerbsintensiv. Wer in Deutschland starten möchte, findet auf Plattformen wie freelance.de, freelancermap oder Malt häufig strukturierte Projekte mit klaren Anforderungen und direktem Unternehmenskontakt.
Muss ich Einnahmen aus Freelancer-Portalen versteuern?
Einnahmen aus Freelancer-Plattformen gelten in Deutschland als selbständige Einkünfte und müssen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Je nach Tätigkeit und Umsatz kann zusätzlich Umsatzsteuer anfallen, sofern keine Kleinunternehmerregelung genutzt wird.
Lohnt es sich, mehrere Freelancer-Plattformen parallel zu nutzen?
Für viele Selbstständige ist das sinnvoll. Unterschiedliche Plattformen sprechen verschiedene Kundengruppen an und funktionieren nach eigenen Regeln. Wer mehrere Profile pflegt, erhöht die Sichtbarkeit und kann das Risiko von Auftragsflauten besser abfedern.
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Autor - Tino Keller
Tino Keller ist der Mitbegründer von Accountable und möchte damit Steuern und Finanzen für Selbstständige revolutionieren.
Wer ist Tino ?Danke für dein Feedback!
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Birgit Koch
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Anonym
Der Kundenservice ist ausgezeichnet, ich bin enttäuscht, dass sie keine E-Commerce-Kunden annehmen.
Anonym
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Ich bin neu bei Accountable und noch in der Testphase. Bisher konnte ich die App intuitiv bedienen und bei Fragen habe ich eine zeitnahe und herzliche Unterstützung bekommen (Danke, Daniela!:)) Nach aktueller Erfahrung, würde ich Accountable immer weiterempfehlen.
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André Schröder