Die Inflation in Deutschland lag im Jahr 2022 bei einem Rekordhoch seit der Wiedervereinigung. Für Konsument:innen hat sich dadurch einiges geändert: Die Preise steigen massiv und viele müssen mit erheblichen finanziellen Einbußen in ihrem Alltag rechnen.
Um besser zu verstehen, welche Auswirkungen eine Inflation auf die Wirtschaft hat und wie sie sich von einer Stagflation oder Deflation unterscheidet, haben wir alle wichtigen Informationen für dich zusammengetragen.
Preise für Waren und Dienstleistungen sind innerhalb einer Marktwirtschaft nicht konstant – sie schwanken und passen sich den marktwirtschaftlichen Gegebenheiten wie Angebot und Nachfrage oder der Verfügbarkeit von Ressourcen an. Während einer Inflation steigen jedoch nicht nur die Preise für einzelne Produkte, sondern es findet eine allgemeine Preisanhebung statt, wodurch der Wert einer Währung sinkt. Bei der Berechnung der Inflationsrate werden alle Waren und Dienstleistungen betrachtet. Dazu gehören laut der Europäischen Zentralbank:
Die jährliche Inflationsrate wird berechnet, indem die Preise aller potenziellen Einkäufe einer Person in einem bestimmten Monat mit den Preisen des gleichen Monats im Vorjahr verrechnet werden. Im europäischen Raum wird Inflation mithilfe des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessen. Alle Länder innerhalb der Europäischen Union wenden dazu dieselbe Methode an, daher wird von einem harmonisierten Index gesprochen.
Bei der Berechnung des HVPI erhalten Produkte, die mehr kosten, eine höhere Gewichtung in der Berechnung als günstige Produkte. So haben zum Beispiel Kaffee, Tee und Kakao eine Gewichtung von 0,4 %, während kostspieligere Produkte wie Benzin eine zehnmal stärkere Gewichtung im HVPI erhalten.
Neben der tatsächlichen Inflationsrate wird auch von einer „gefühlten Inflation“ gesprochen. Wenn wir unsere individuellen Kosten und Ausgaben betrachten, achten wir auf Preisunterschiede vor allem bei Waren, die wir häufig konsumieren. So fallen zum Beispiel Preisänderungen für Lebensmittel oder Benzin mehr auf als die Änderung der Kosten für eine Waschmaschine. Diejenigen, die Auto fahren und regelmäßig tanken, nehmen gegebenenfalls eine höhere Inflationsrate wahr als jene, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Hinzu kommt, dass Ausgaben, die direkt vor Ort getätigt werden, mehr Einfluss auf die gefühlte Inflation haben als zum Beispiel Lastschrifteinzüge.
Einige wirtschaftliche Faktoren können eine Inflation herbeiführen. Die häufigsten Ursachen sind die folgenden:
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Während einer Deflation nimmt Geld an Wert zu, während Waren und Dienstleistungen günstiger werden. Hält eine Deflation über längere Zeit an, steigt meist die Arbeitslosenquote, die Nachfrage nach Konsumgütern reduziert sich und Wirtschaftsaktivitäten lassen im Allgemeinen nach. Eine Deflation muss nicht zwangsläufig die gesamte Wirtschaft betreffen, sondern kann auch in einzelnen Teilbereichen stattfinden. In diesem Fall spricht man von Teildeflation. Bei Deflation wird gemeinhin zwischen Preisdeflation und Geldmengendeflation unterschieden:
Bei einer Preisdeflation sinken die Preise für Waren und Dienstleistungen längerfristig. Herbeigeführt wird dies durch eine sogenannte deflatorische Lücke oder Nachfragelücke. Die Nachfrage nach bestimmten Waren oder Dienstleistungen ist dabei wesentlich geringer als das verfügbare Angebot. Konsument:innen oder Unternehmen sind auf dem Markt zurückhaltend, da sie mit weiterhin sinkenden Preisen rechnen und geben ihr Geld nicht aus. Dadurch verringert sich die Geldmenge am Markt. Dies hat nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft, sondern auch auf den Staat. Die Schuldenlast des Staates steigt nämlich während einer Preisdeflation. Daher ist die Europäische Zentralbank auch stark daran interessiert, eine Deflation zu vermeiden.
Bei einer Geldmengendeflation ist weniger Geld im Umlauf. Das kann für die Wirtschaft schädlich sein, da eine Unterversorgung der Wirtschaft langfristig zu Arbeitslosigkeit und geringeren Löhnen führt. Geldmengendeflation ist oft auf eine Verringerung der Geldmenge im Umlauf durch die Zentralbanken zurückzuführen.
Der Begriff Stagflation setzt sich aus den Begriffen Stagnation und Inflation zusammen. Er beschreibt einen bestimmten wirtschaftlichen Zustand, bei dem zusätzlich zu einer Inflation wirtschaftliche Stagnation stattfindet.
Stagnation bedeutet in der Wirtschaft, dass das Wirtschaftswachstum über einen längeren Zeitraum hinweg gleichbleibt oder sich verlangsamt. Dies ist einhergehend mit einer geringeren Produktivität und mehr Arbeitslosigkeit. Privatpersonen und Unternehmen haben weniger Geld zur Verfügung, was in der Regel auch die Nachfrage und die Investitionsbereitschaft mindert. Die Größe des Bruttoinlandsproduktes gibt Aufschluss darüber, ob eine Stagnation, Rezession oder wirtschaftlicher Aufschwung stattfindet.
Wenn Preise für bestimmte Rohstoffe wie Öl oder Gas steigen, während der Bedarf für diese Rohstoffe derselbe bleibt, müssen sowohl der Staat, der den Rohstoff importiert, als auch Unternehmen und letztlich auch Konsument:innen dafür aufkommen.
Mit einer gleichzeitigen Geldentwertung steigen die Preise für Lebensmittel und Bedarfsgegenstände. So kann sich im schlimmsten Fall eine Lohn-Preis-Spirale bilden, wenn Angestellte ein höheres Gehalt einfordern, um die individuelle finanzielle Belastung ausgleichen zu können. Dies setzt wiederum Unternehmen zusätzlich unter Druck, die eventuell Stellen kürzen müssen und dadurch auch weniger produzieren. Mit steigender Arbeitslosigkeit kann eine Stagflation auch zu einer Rezession führen.
Mit dieser Übersicht über die drei Begriffe hast du dir bereits einige wichtige Informationen angeeignet, die dir als Unternehmer:in helfen können, durch verschiedene wirtschaftliche Prozesse zu navigieren. Erfahre mehr über Themen wie Steuern und Selbstständigkeit oder lerne, wie du am besten Rechnungen schreibst.
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Autor - Tino Keller
Tino Keller ist der Mitbegründer von Accountable und möchte damit Steuern und Finanzen für Selbstständige revolutionieren.
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