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Friseursalon eröffnen: Dein Weg zum eigenen Laden 

Geschrieben von: Sophia Merzbach

Aktualisiert am: Februar 13, 2025

Lesezeit: 4 Minuten

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Die Eröffnung eines eigenen Friseursalons ist für viele Friseur:innen eine verlockende Vorstellung. Gleichzeitig stellen sich bereits im Vorfeld zahlreiche Fragen. In diesem Artikel erklären wir dir, wie der Traum vom eigenen Salon wahrwerden kann und welche Schritte dafür notwendig sind.

Kann ich ohne Meisterbrief einen Friseursalon eröffnen?

Die Frage „kann ich ohne Meister einen Friseursalon eröffnen?“ lässt sich im Prinzip sehr leicht beantworten. Da das Friseurhandwerk zu den zulassungspflichtigen Handwerken zählt, gilt eine sogenannte Meisterpflicht. Nur nach einer erfolgreichen Meisterprüfung darfst du somit einen eigenen Laden anmelden. Das gilt auch, wenn du deinen Friseursalon zuhause eröffnen möchtest. Ein paar Ausnahmeregelungen gibt es allerdings dennoch.

Ausnahmebewilligung

Nach §8 HwO (Handwerksordnung) kann eine Ausnahmebewilligung erteilt werden, mit der du auch ohne Meisterbrief einen Salon starten kannst. In diesem darfst du dann allerdings nicht alle Friseurleistungen anbieten. Möglich wäre stattdessen zum Beispiel ein Kosmetikstudio, das zusätzlich einfache haarbezogene Leistungen übernimmt. Um sicherzugehen, dass du diese Ausnahmebewilligung bekommst, solltest du im Vorfeld deinen Businessplan mit der zuständigen Handwerkskammer besprechen.

Ausübungsberechtigung

§7b der HwO besagt, dass eine sogenannte Ausübungsberechtigung an Personen erteilt werden kann, die die Gesellenprüfung für Friseur:innen bestanden haben und mindestens seit sechs Jahren in diesem Beruf arbeiten. Für vier Jahre oder mehr müssen sie dabei eine leitende Position innegehabt haben. Außerdem sollen betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse nachgewiesen oder durch Lehrgänge erlangt werden. Im Normalfall gelten dabei aber die Berufserfahrung sowie Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse als ausreichend.

Meister als Betriebsleiter

Es ist möglich, auch ohne eigenen Meistertitel einen Friseursalon zu eröffnen, wenn du eine:n Meister:in als Betriebsleiter:in einstellst.

Ausnahme für mobile Friseure

Eine Ausnahmeregelung gibt es auch für mobile Friseur:innen, die keinen eigenen Salon haben, sondern ihre Kund:innen zuhause besuchen. Ist das für dich eine Option, kannst du ebenfalls eine Ausnahmebewilligung beantragen und zusätzlich ein Reisegewerbe anmelden.

Friseursalon eröffnen: Welche Voraussetzungen muss ich ansonsten erfüllen?

Möchtest du den Schritt zum eigenen Laden wagen, ist der Meisterbrief in den meisten Fällen also unbedingt notwendig. Hast du diesen in der Tasche oder möchtest du einen Friseursalon eröffnen und dafür eine:n Meister:in einstellen, gibt es allerdings noch ein paar weitere Anmeldungen und Genehmigungen, die du einholen musst.

  • Du musst dich in die Handwerksrolle bei deiner örtlichen Handwerkskammer eintragen.
  • Wenn du eine Gewerbeerlaubnis erhalten hast, meldest du deinen Salon beim Gewerbeamt an.
  • Meldest du deinen Laden als GmbH oder UG an, benötigst du einen Eintrag ins Handelsregister. Bei einer GbR oder Einzelunternehmung entfällt dieser Schritt.
  • Melde dich beim Finanzamt an. Dies erledigst du online mit dem "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung."
  • Melde dich bei der Berufsgenossenschaft an.
  • Hol dir eine Genehmigung von der Bauaufsichtsbehörde, die deinen Salon inspiziert und abnimmt.
  • Über die Berufsgenossenschaft erhältst du eine gesetzliche Unfallversicherung. Für dich und deine Angestellten benötigst du eine Kranken-, Renten- und Sozialversicherung. Dazu kommen Betriebshaftversicherung und Rechtsschutzversicherung.

💡Tipp von Accountable: Hier erfährst du alles, was du über die Krankenversicherung für Selbstständige wissen musst.

Welche Rechtsform bietet sich an?

Wenn du deinen eigenen Friseursalon eröffnen möchtest, kannst du diesen als Einzelunternehmen anmelden. Startet ihr als Team, liegt die GbR nahe. Da für die Gründung einer GmbH mindestens 25.000 Euro Stammkapital nachgewiesen werden müssen, ist für dieses Gewerbe häufig die UG (Unternehmensgesellschaft) empfehlenswert.  Hier liegt das Stammkapital bei mindestens einem Euro. Beide Optionen sind aber haftungsbeschränkt.

Friseursalon eröffnen: Welche Kosten kommen auf mich zu?

Wieviel Geld du benötigst, um dich als Friseur:in mit eigenem Laden selbstständig zu machen, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Die Miete spielt eine sehr große Rolle und auch Kaution und eventuelle Renovierungskosten fallen direkt zu Beginn ins Gewicht. Auch eine vernünftige Erstausstattung sowie eventuelle Personalkosten müssen im Vorfeld kalkuliert werden. Hinzu kommen Werbungskosten, Anmeldungen und unter Umständen Fortbildungen.

Förderungen und Kredite

Daher ist es neben einer ehrlichen und transparenten Kostenplanung auch sinnvoll, dass du zusätzliche Fördermaßnahmen in Anspruch nimmst. In vielen Bundesländern kannst du zum Beispiel eine Meistergründungsprämie beantragen. Von der Agentur für Arbeit gibt es die Möglichkeit, einen Gründungszuschuss zu bekommen. Für die Meisterausbildung erhältst du Meister-Bafög und in einigen Bundesländern einen Meisterbonus für den erfolgreichen Abschluss. Darüber hinaus kannst du dich bei deiner Bank über Kreditoptionen informieren.

Checkliste: Einen eigenen Friseursalon eröffnen – Was ist zu beachten?

Wenn du deinen eigenen Friseursalon eröffnen möchtest, solltest du also einige Dinge beachten und direkt im Vorfeld planen. Hier findest du die wichtigsten Schritte noch einmal auf einen Blick:

  • Standortsuche: Es gibt zahlreiche Friseurläden in Deutschland. Stelle also sicher, dass die Konkurrenz nicht zu groß ist und suche nach einem Ladenlokal, das zu dir und zu deinen Ansprüchen passt.
  • Businessplan erstellen: Ohne einen gewissenhaften Businessplan läuft nichts. Diese Arbeit gibt nicht nur dir Sicherheit bei deiner Planung, sondern ist für Förderungen, Kredite und einige Genehmigungen obligatorisch.
  • Geschäft planen: Wie soll sich dein Salon von anderen abheben? Was soll ihn auszeichnen? Welche Einrichtungsgegenstände und Arbeitsutensilien benötigst du? Wie viele Stühle möchtest du anbieten? All diese und weitere Fragen klärst du am besten in der Frühphase und lässt sie natürlich auch in deinen Businessplan einfließen.
  • Beraten lassen: Lass dich ebenfalls frühzeitig zum Beispiel von der Handwerkskammer beraten. Hier erhältst du wertvolle Tipps und bekommst mögliche Probleme aufgezeigt.
  • Rechtsform wählen: Die Rechtsform deines zukünftigen Ladens hat auch finanzielle Auswirkungen. Wenn du einen Friseursalon im Team eröffnen möchtest, sollten entsprechende Verträge aufgesetzt werden, die Zuständigkeiten und Haftungsfragen klären.
  • Finanzierung sichern: Stelle sicher, dass du über das nötige Gründungskapital verfügst. Beantrage frühzeitig Fördermaßnahmen und eventuelle Kredite.
  • Anmeldungen und Einträge: Setze dich mit der Handwerkskammer, dem Gewerbeamt und der Bauaufsichtsbehörde in Verbindung, um alle nötigen Berechtigungen zu erhalten. Schließe die notwendigen und empfehlenswerten Versicherungen ab.
  • Werbung: Bewirb deinen neuen Laden in der Nachbarschaft und eventuell der lokalen Zeitung. Überlege dir Aktionen, um Kundschaft neugierig zu machen. Plane eventuell auch eine kleine Feier zur Eröffnung deines Friseursalons.
  • Personal: Falls du Personal benötigst, musst du auch hier die notwendigen Prozesse starten. Gerade zu Beginn sollte die Belegschaft allerdings übersichtlich bleiben, da das Kundenaufkommen noch nicht abzusehen ist.
  • Finanzen und Steuern: Es ist wichtig, dass du von Anfang an deine Ausgaben im Griff hast. Bedenke z.B., dass du Geld für Steuern zurücklegen musst. Mit einer Steuersoftware wie Accountable siehst du immer, wie viel du verdienst und wie viel Steuern du zahlen musst. Teste es kostenlos!

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