Kostenlos testen

Umsatzsteuerzahllast berechnen: Tipps zur Ermittlung der Steuerlast

Geschrieben von: Sophia Merzbach

Aktualisiert am: Februar 13, 2025

Lesezeit: 3 Minuten

Logo RB

Die Umsatzsteuerzahllast spielt in Deutschland eine zentrale Rolle für Unternehmen, die umsatzsteuerpflichtige Leistungen erbringen. Wenn du Waren verkaufst oder Dienstleistungen erbringst, musst du die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. In diesem Artikel erfährst du, wie du die Umsatzsteuerzahllast berechnen kannst und was du dabei beachten musst.

Umsatzsteuerzahllast: Definition 

Die Umsatzsteuerzahllast beschreibt den Betrag, den ein Unternehmen nach Abzug der Vorsteuer an das Finanzamt abführen muss. Sie ergibt sich aus der Differenz zwischen der eingenommenen Umsatzsteuer (auf Verkaufsrechnungen) und der gezahlten Vorsteuer (auf Eingangsrechnungen). Ist die eingenommene Umsatzsteuer höher als die Vorsteuer, ergibt sich eine Zahllast, die an das Finanzamt abgeführt werden muss. Ist die Vorsteuer jedoch höher als die Umsatzsteuer, ergibt sich ein Vorsteuerüberhang, den das Finanzamt erstattet.

➡️ Umsatzsteuer bei Lieferungen und Leistungen im Ausland: Das musst du als Freelancer beachten!

Umsatzsteuerzahllast berechnen: So gehst du vor

Um die Umsatzsteuerzahllast zu berechnen, wird die vereinnahmte Umsatzsteuer mit der gezahlten Vorsteuer verrechnet. Hierzu eine Schritt-für-Schritt-Erklärung:

  1. Vereinnahmte Umsatzsteuer ermitteln:
    Zuerst musst du die Umsatzsteuer ermitteln, die du von deinen Kund:innen im jeweiligen Zeitraum eingenommen hast. Diese wird auf den Rechnungen ausgewiesen, die du für deine Waren oder Dienstleistungen ausgestellt hast.
  2. Gezahlte Vorsteuer ermitteln:
    Anschließend ermittelst du die Vorsteuerbeträge, die auf den Eingangsrechnungen ausgewiesen sind, also auf Rechnungen, die du von deinen Lieferant:innen erhalten hast.
  3. Differenz berechnen:
    Um die Umsatzsteuerzahllast zu berechnen, ziehst du die Vorsteuer von der Umsatzsteuer ab:
    Umsatzsteuer - Vorsteuer = Umsatzsteuerzahllast
    Mit dieser einfachen Formel kannst du die Differenz berechnen und genau feststellen, welchen Betrag du letztlich an das Finanzamt abführen musst.

Umsatzsteuerzahllast Rechenbeispiel:

Angenommen, du hast im vergangenen Monat Umsatzsteuer in Höhe von 5.000 Euro eingenommen. Gleichzeitig hast du für betriebliche Einkäufe Vorsteuer in Höhe von 3.000 Euro gezahlt. Die Berechnung der Umsatzsteuerzahllast sieht dann wie folgt aus:

5.000 € (vereinnahmte Umsatzsteuer) - 3.000 € (gezahlte Vorsteuer) = 2.000 € (Umsatzsteuerzahllast)

Das bedeutet, dass du 2.000 Euro an das Finanzamt abführen musst.

Vereinbarte Entgelte vs. vereinnahmte Entgelte

Die Umsatzsteuerzahllast kann auf zwei verschiedenen Grundlagen ermittelt werden:

  1. Vereinbarte Entgelte
    Bei der Berechnung auf Grundlage der vereinbarten Entgelte wird die Umsatzsteuer bereits zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung fällig, unabhängig davon, ob der Kunde schon bezahlt hat. Umgekehrt gilt dies auch für die Vorsteuer.
  2. Vereinnahmte Entgelte
    Bei den vereinnahmten Entgelten ist der tatsächliche Geldfluss entscheidend. Das bedeutet, dass die Umsatzsteuer erst dann fällig wird, wenn der Kunde die Rechnung bezahlt hat. Ebenso wird die Vorsteuer geltend gemacht, wenn du die Lieferantenrechnung beglichen hast.

Umsatzsteuerzahllast ermitteln: Voranmeldung und Zahlung

Du bist verpflichtet, regelmäßig eine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt einzureichen, um die Umsatzsteuerzahllast zu ermitteln. Dabei gibst du an, wie hoch die eingenommene Umsatzsteuer und die gezahlte Vorsteuer im jeweiligen Zeitraum waren. Auf Basis dieser Angaben wird die Umsatzsteuerzahllast berechnet. Die Umsatzsteuervoranmeldung erfolgt in der Regel:

  • Vierteljährlich in den ersten beiden Geschäftsjahren
  • Vierteljährlich, wenn die Zahllast des Vorjahres unter 7.500 Euro lag
  • Einmal jährlich, wenn die Zahllast des Vorjahres unter 1.000 Euro lag

➡️ Umsatzsteuervoranmeldung mit DATEV: Kann ich das auch allein machen?

➡️ Umsatzsteuervoranmeldung: Das musst du als Freelancer wissen

Die Umsatzsteuervorauszahlung und damit auch die Zahllast sind jeweils zum 10. des Folgemonats fällig. Sollte der 10. auf ein Wochenende oder einen Feiertag fallen, verschiebt sich die Fälligkeit auf den nächsten Werktag. Du kannst dem Finanzamt auch eine Einzugsermächtigung erteilen, um sicherzustellen, dass die Zahllast fristgerecht eingezogen wird und Säumniszuschläge vermieden werden.

Sonderfälle bei der Berechnung der Zahllast

In bestimmten Fällen kann es zu Besonderheiten bei der Berechnung der Umsatzsteuerzahllast kommen. Hierzu gehören z. B.:

  • Innergemeinschaftlicher Erwerb: Beim Kauf von Waren innerhalb der EU musst du die Umsatzsteuer im Rahmen des Reverse-Charge-Verfahrens selbst berechnen und abführen.
  • Differenzbesteuerung: Bei bestimmten Waren, wie z. B. Gebrauchtwaren, kann die Differenzbesteuerung angewendet werden, bei der nur die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis versteuert wird.

Negative Umsatzsteuerzahllast und Vorsteuerüberhang

Eine negative Umsatzsteuerzahllast führt zu einem Vorsteuerüberhang, bei dem das Finanzamt dir den überzahlten Betrag erstattet. Dies kann besonders dann vorkommen, wenn du größere Investitionen getätigt hast, die zu hohen Vorsteuerbeträgen führen, während deine Einnahmen (und damit die vereinnahmte Umsatzsteuer) vergleichsweise gering sind.

Beispiel:
Hast du im Monat Vorsteuer in Höhe von 4.000 Euro gezahlt, aber nur Umsatzsteuer in Höhe von 3.000 Euro eingenommen, ergibt sich ein Vorsteuerüberhang von 1.000 Euro. Diesen Betrag kannst du vom Finanzamt zurückfordern.

Umsatzsteuerzahllast berechnen: Fristen und Pflichten

Die fristgerechte Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung sowie die pünktliche Zahlung der Umsatzsteuerzahllast sind gesetzliche Pflichten eines Unternehmens. Verspätungen oder Fehler können zu Säumniszuschlägen oder anderen Strafen führen. Es empfiehlt sich daher, alle relevanten Belege sorgfältig zu verwalten und rechtzeitig die nötigen Berechnungen vorzunehmen.

Accountable ist die ideale Steuerlösung für Selbstständige. Mit der kostenlosen App oder Web-Version behältst du stets den Überblick über deine Einnahmen und weißt genau, wie viel du für deine Steuern zurücklegen musst. So hast du deine Buchhaltung und steuerlichen Pflichten von Anfang an im Griff. Unser Team ist zudem jederzeit per Chat für dich erreichbar!

Neues E-book über den Einstieg in die Selbstständigkeit

20 Kapitel knallhart recherchiert und vom Steuerprofi geprüft

Kostenlos herunterladen
Sophia Author

Autor - Sophia Merzbach

Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.

Wer ist Sophia ?

Hast du gefunden, was du gesucht hast?

Das könnte dich auch interessieren

Brutto- und Netto-Einkommen für Selbstständige

Angestellte haben es leicht: Ein kurzer Blick auf die Lohnabrechnung genügt, um festzustellen, wie ...

Mehr erfahren

Was kann man als Selbstständiger von der Steuer absetzen?

Steuern absetzen als Selbstständiger – für viele ein leidiges Thema. Ob Chaos bei den Belege...

Mehr erfahren

Wie viel Geld sollte ich als Selbstständiger für Steuern beiseite legen?

Jeden Monat Geld für Steuern zurücklegen – klingt logisch, oder? Doch viele Selbstständige sind...

Mehr erfahren

Echte Erfahrungsberichte und Kommentare

Prompte Beantwortung 🙏

Birgit Koch

Accountable hat mir den Alltag wirklich spürbar erleichtert. Besonders gefällt mir, dass die App logisch aufgebaut ist und man sofort versteht, wo man was findet. Viele Dinge, die sonst nervige Routine sind, laufen hier einfach automatisch im Hintergrund mit. Was ich besonders gut finde: Man verliert nie den Überblick. Die App zeigt klar, was erledigt ist und was noch ansteht. Belege erfassen geht super schnell. Foto machen, fertig kein ewiges Sortieren oder Nachtragen. Der Support ist wirklich klasse. Ich habe ein paar Fragen gestellt und immer schnell hilfreiche Antworten bekommen. Nicht nur Standardtexte, sondern echte Hilfe. Man merkt, dass die App ständig besser wird. Updates bringen wirklich sinnvolle Verbesserungen, nicht nur Kosmetik. Unterm Strich: Accountable nimmt mir spürbar Arbeit ab und sorgt dafür, dass ich mich weniger mit Bürokratie herumschlagen muss. Genau so soll es sein.

Anonym

Der Kundenservice ist ausgezeichnet, ich bin enttäuscht, dass sie keine E-Commerce-Kunden annehmen.

Anonym

Klasse Service! Persönlich und kompetent.

Anonym

Vielen Dank ich habe zu jeder frage oder Problem eine Lösung angeboten bekommen.

Jamil Hammoud

Tolle Software. Einfach zu benutzen. Fantasticher Customer Service.

Mehmet Baha

Ich bin neu bei Accountable und noch in der Testphase. Bisher konnte ich die App intuitiv bedienen und bei Fragen habe ich eine zeitnahe und herzliche Unterstützung bekommen (Danke, Daniela!:)) Nach aktueller Erfahrung, würde ich Accountable immer weiterempfehlen.

Monika Sorban

I love the simplicity of the app, and especially the customer support. I havent used the app a lot, but i will for sure recommend.

Argir Popov

It was clear, friendly and supportive

Carlo Loiudice

Accountable ist super modern gestaltet und sehr gut durchdacht. Besonders hervorhebenswert ist, dass es viele Tools in einem vereint: Buchhaltung, Geschäftskonto, Steuererklärung, Steuerberatung und vor allem der automatische Rechnungsversand ist super praktisch. Ich kann es nur empfehlen!

André Schröder