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Ausgründung: Von der Universität zum eigenen Unternehmen

Geschrieben von: Sophia Merzbach

Aktualisiert am: Februar 13, 2025

Lesezeit: 4 Minuten

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Du hast während deines Studiums oder deiner Tätigkeit an einer Uni oder Hochschule eine bahnbrechende Idee, auf der du gerne ein Geschäft aufbauen würdest? Wir erklären dir hier, wie eine solche Ausgründung funktioniert.

Was ist eine Ausgründung?

Die Definition einer Ausgründung lautet nach dem Gabler Wirtschaftslexikon: „Überführung eines Teilbetriebs oder eines Betriebsteils aus einer als Einzelfirma, Personen- oder Kapitalgesellschaft bestehenden Unternehmung in eine dafür neu gegründete Gesellschaft.“ Bei diesem Verfahren, das auch als Spin-off bekannt ist, wird also eine Abteilung ausgegliedert und zu einem eigenständischen Unternehmen umgewandelt. Auch eine Ausgründung aus einer Universität oder Hochschule ist möglich, wobei die Voraussetzungen sich hier von der wirtschaftlichen Vorgehensweise unterscheiden.

Bei der Ausgründung von der Uni ist die wissenschaftliche Arbeit, die im Zuge der Tätigkeit als Student:in oder Dozent:in geleistet wird, die Basis. Das Wissen oder die Forschung, das beziehungsweise die während der Zeit an der Hochschule oder Universität erlangt wurde, fließt unmittelbar in die neue Geschäftsgründung ein. Die Produkte oder Erfindungen, die dann von diesem neuen Unternehmen vertrieben und angeboten werden, leiten sich somit direkt aus der Zeit an der Lehreinrichtung ab.

Für wen lohnt sich eine Ausgründung?

Wenn du während deines Studiums oder deiner Dozententätigkeit auf eine Idee stößt, an der du weiter forschen oder arbeiten möchtest, kann dies bereits eine gute Voraussetzung für eine Ausgründung von der Hochschule oder Uni in die Geschäftswelt sein. Ist deine bisherige Arbeit vielversprechend und könnte sie die Basis für ein eigenes Unternehmen sein, kannst du versuchen, sie auszuweiten und dann ohne Umwege in die Selbstständigkeit starten. 

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Wie funktioniert die Ausgründung konkret?

Vom Hörsaal zum Startup: Eine Ausgründung läuft natürlich nicht immer nach dem exakt selben Schema ab. Je nach Idee, Erfindung und Segment sind vielleicht unterschiedliche Schritte und weitere Zwischenschritte notwendig. In jedem Fall solltest du allerdings die folgenden Faktoren berücksichtigen:

  1. Alleinstellungsmerkmal überprüfen: Du hast eine großartige Idee und möchtest diese nun als Basis für dein eigenes Unternehmen nutzen. In diesem Fall gilt wie bei allen Geschäftsgründungen: Überprüfe, ob deine Idee wirklich einzigartig ist und nicht bereits jemand anderes schneller war. Stelle sicher, dass es keinen Patentanspruch von anderen Erfinder:innen gibt und überlege, ob dein zukünftiges Unternehmen einen relevanten USP (Unique Selling Point) hat. Nur dann lohnt auch die Ausgründung.
  2. Potenzial hinterfragen: Nicht jede gute Idee ist leider auch direkt finanziell lohnend. Wenn dein Projekt keine Aussicht auf Gewinn hat, ist die wissenschaftliche Ausgründung nicht empfehlenswert.
  3. Rechtliche Situation klären: Da deine Lehranstalt bei der Entwicklung deiner Idee unter Umständen maßgeblich war, muss die Ausgründung von der Universität oder Hochschule mitgetragen werden. Lehreinrichtungen sind häufig sehr offen für die wirtschaftliche Weiterverwendung, möchten allerdings ins Bild gesetzt und am Ideenprozess beteiligt werden. Kläre diese Punkte ebenso frühzeitig ab, wie die Patentierung deiner Idee.
  4. Umsetzung planen: Wenn du deine Uni oder Hochschule im Rücken und auch das Patentrecht geklärt hast, kannst du mit der Planung beginnen. Sondiere dafür den Markt, erstelle einen Businessplan und kläre die Finanzierung ab. Gerade wissenschaftliche Projekte sind häufig sehr kostenintensiv, weshalb es eventuell ohne die notwendige Förderung nicht funktioniert.

Welche Unterstützung bieten Unis und Hochschulen für Ausgründungen?

Universitäten und Hochschulen haben längst erkannt, welche Vorteile Ausgründungen auch für sie bieten können. Die enge Verzahnung eines erfolgreichen und vor allem innovativen Unternehmens mit der eigenen Fakultät ist gut für die Reputation. Viele Einrichtungen haben daher eigene Referate installiert, die Student:innen und Dozent:innen bei der Ausgründung begleiten.

Gibt es Förderprogramme?

Es gibt darüber hinaus unterschiedliche Förderungen für Ausgründungen. Insbesondere EXIST, ein Gründerstipendium speziell für Student:innen, könnte dich bei deinem Schritt vom Seminar in die Selbstständigkeit unterstützen. Bis zu 3.000 Euro im Monat für maximal ein Jahr bietet das Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz für Projekte mit signifikanten Alleinstellungsmerkmalen und einer vielversprechenden wirtschaftlichen Perspektive. Zahlreiche weitere Stipendien bieten die einzelnen Bundesländer an.

Abgesehen von diesen Optionen gibt es Unterstützung von zahlreichen weiteren Einrichtungen. So bietet zum Beispiel das Fraunhofer Institut Unterstützung bei Ausgründungen. Auch die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren stellt für besonders vielversprechende Projekte finanzielle Mittel zur Verfügung. 

Welche erfolgreichen Beispiele für Ausgründungen gibt es?

Es gibt zahllose Beispiele für erfolgreiche Ausgründungen. Um dir einen Eindruck der Vielfalt der Unternehmen zu vermitteln, die auf diese Art entstanden sind, stellen wir dir abschließend einige vor:

  • Alteva Technologies: Alteva wurde 2023 von Aiko Bernehed und Ida Milow gegründet und entwickelt leichte und leistungsstarke Lithiumbatterien, die aufgrund ihrer Langlebigkeit auch in LKWs und der Luftfahrt eingesetzt werden sollen. Ein besonderer Fokus liegt dabei zusätzlich auf der Nachhaltigkeit bei der Herstellung und Nutzung. Die ersten Entwicklungsschritte wurden am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gemacht.
  • Celonis: Celonis ist ein Softwareunternehmen aus München, das 2011 von den drei Kommilitonen Bastian Nominacher, Martin Klenk und Alexander Rinke gegründet wurde, die sich an der TU München kennengelernt haben. Die Firma stellt Tools für das Process-Mining zur Verfügung, hat mittlerweile knapp 2.800 Angestellte und macht einen Umsatz von mehr als 100 Millionen US-Dollar im Jahr. 
  • CureVac: Die Basis für CureVac legte Gründer Dr. Ingmar Hoerr 2000 mit seiner Doktorarbeit an der Universität Tübingen. Seine dortigen Entdeckungen nutzte er insbesondere für die Entwicklung neuer Impfstoffe, die zum Beispiel während der Corona-Pandemie zum Einsatz kamen. Heute beschäftigt CureVac mehr als 1.000 Mitarbeiter:innen.
  • greenventory: Als Startup im Energiesektor stellt greenventory Städten, Energieversorgern und Netzbetreibern Software sowie belastbare Datenpakete zur Verfügung, um diese bei der Energiewende zu unterstützen. Die Anfänge des Freiburger Unternehmens reichen ins Jahr 2019 zurück, als sich drei Doktoranten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) zusammenschlossen.

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