Kostenlos testen

GbR oder Einzelunternehmen: Diese steuerlichen Unterschiede solltest du kennen

Geschrieben von: Sophia Merzbach

Aktualisiert am: Februar 13, 2025

Lesezeit: 4 Minuten

Logo RB

Stell dir vor, du bist eine:r der vielen Solopreneur:innen, die ihr Business gerade ins Rollen bringen. Oder vielleicht hast du zusammen mit einem oder einer Freund:in beschlossen, zu zweit den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, und ihr überlegt nun, ein gemeinsames Unternehmen zu gründen.

Einzelunternehmen oder GbR – das ist hier die Frage! Beide Wege haben ihre Reize, aber bevor du dich für eine der beiden Optionen entscheidest, solltest du unbedingt die steuerlichen Unterschiede kennen.

Als Einzelunternehmer:in selbstständig oder zu zweit in einer GbR?

Als Einzelunternehmer:in bist du, wie der Name schon sagt, alleinige:r Chef:in im Ring. Du entscheidest, welche Aufträge du annimmst, welche Preise du verlangst und wann du Feierabend machst (wenn du überhaupt Feierabend machst, aber das ist ein anderes Thema). Aus steuerlicher Sicht bedeutet das, dass du all deine Einnahmen und Ausgaben in deiner Steuererklärung angeben musst. Der Gewinn – also das, was nach Abzug der Kosten übrigbleibt – wird dann mit der Einkommensteuer besteuert.

Wenn du dich mit einem:einer Partner:in zusammentust und ihr gemeinsam ein Business startet, landet ihr automatisch in der Rechtsform der GbR – es sei denn, ihr entscheidet euch aktiv für eine andere Form, z. B. eine GmbH. Eine GbR ist superunkompliziert zu gründen: Ihr braucht keinen Vertrag (auch wenn der sehr empfehlenswert ist), müsst nicht ins Handelsregister eingetragen werden und könnt direkt loslegen. Steuerlich betrachtet läuft das Ganze ähnlich, nur dass der Gewinn zwischen den Gesellschafter:innen aufgeteilt wird.

Einzelunternehmen und GbR: Einkommensteuerliche Unterschiede

Als Einzelunternehmer:in bist du einkommensteuerpflichtig. Dein Gewinn – also deine Einnahmen minus Ausgaben – wird am Ende des Jahres mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert. Der ist in Deutschland progressiv, was bedeutet: Je mehr du verdienst, desto höher wird der Steuersatz. Am Anfang liegst du bei 14 %, bei höheren Einkommen kann der Satz bis auf 45 % ansteigen.

Bei einer GbR sieht es auf den ersten Blick ähnlich aus, doch gibt es einige Besonderheiten. Der Gewinn der GbR wird ebenfalls versteuert, allerdings nicht auf Ebene der GbR selbst, sondern auf der Ebene der Gesellschafter:innen. Das bedeutet, dass der Gewinn anteilig auf die Gesellschafter:innen verteilt wird und jede:r seinen bzw. ihren Anteil in der persönlichen Steuererklärung versteuern muss.

GbR vs. Einzelunternehmen: Umsatzsteuerliche Unterschiede

Als Selbstständige:r musst du meist Umsatzsteuer auf deine Rechnungen aufschlagen (19 % oder 7 % für bestimmte Leistungen) und an das Finanzamt abführen. Gleichzeitig kannst du die Vorsteuer auf Geschäftsausgaben zurückfordern. Eine Ausnahme bietet die Kleinunternehmerregelung: Bleiben deine Umsätze unter 22.000 Euro (Vorjahr) bzw. 50.000 Euro (laufendes Jahr), bist du von der Umsatzsteuerpflicht befreit, kannst aber auch keine Vorsteuer geltend machen.

Für die GbR gelten dieselben umsatzsteuerlichen Regeln wie für Einzelunternehmen: Umsatzsteuer wird erhoben und Vorsteuer kann abgezogen werden. Interessant wird es, wenn mehrere Gesellschafter:innen beteiligt sind, denn die GbR agiert nach außen hin als eine Einheit – das heißt, die Umsatzsteuer wird zentral für die GbR abgeführt.

Intern muss dann geklärt werden, wie die Vorsteuer auf die einzelnen Gesellschafter:innen aufgeteilt wird, was manchmal zu komplexen Berechnungen führen kann.

💡Tipp von Accountable: Auch für die GbR gibt es die Möglichkeit der Kleinunternehmerregelung, allerdings muss dann die gesamte GbR als Kleinunternehmen gelten – also alle Gesellschafter:innen zusammen. Hier muss man genau prüfen, ob diese Regelung wirklich für alle Beteiligten von Vorteil ist.

Einzelunternehmen oder GbR: Gewerbesteuerliche Unterschiede

Die gute Nachricht: Nicht alle Selbstständigen müssen Gewerbesteuer zahlen. Freiberufler:innen – wie Ärzt:innen, Rechtsanwält:innen oder Künstler:innen – sind von der Gewerbesteuer befreit. Gewerbetreibende hingegen, z. B. Einzelhändler:innen oder Handwerker:innen, sind verpflichtet, Gewerbesteuer zu zahlen, sobald ihr Gewinn über 24.500 Euro im Jahr liegt.

Info von Accountable: Die Gewerbesteuer wird von der Gemeinde erhoben und variiert je nach Hebesatz der jeweiligen Gemeinde. Dieser Hebesatz kann sich erheblich unterscheiden – von 200 % in kleineren Gemeinden bis zu 900 % in großen Städten. Die Gewerbesteuer wird vom Gewinn berechnet und mindert auch deine Einkommensteuer, da sie als Betriebsausgabe abgezogen werden kann.

Die Gewerbesteuerpflicht einer GbR hängt davon ab, ob die GbR als gewerblich eingestuft wird. Wenn die GbR ausschließlich freiberuflich tätig ist, entfällt die Gewerbesteuerpflicht. Sobald jedoch eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt, wird die GbR gewerbesteuerpflichtig.

Auch hier gilt der Freibetrag von 24.500 Euro – allerdings für die gesamte GbR und nicht für jede:n Gesellschafter:in einzeln. Die Steuer wird vor der Verteilung des Gewinns an die Gesellschafter:innen erhoben, was den ausschüttbaren Betrag reduziert.

GbR und Einzelunternehmen: Steuerliche Buchführungs- und Dokumentationspflichten

Als Selbstständige:r hast du zwei Optionen für die Buchführung bzw. Gewinnermittlung: die einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) oder die doppelte Buchführung. Die EÜR ist für die meisten Selbstständigen, besonders Freiberufler:innen und Kleinunternehmer:innen, geeignet, da sie weniger Aufwand erfordert.

Hier werden nur tatsächlich gezahlte Einnahmen und Ausgaben erfasst, um den Gewinn zu ermitteln. Überschreitest du jedoch einen Umsatz von 600.000 Euro oder einen Gewinn von 60.000 Euro, bist du zur doppelten Buchführung verpflichtet, die auch Vermögenswerte und Schulden umfasst und eine Bilanz erfordert.

Kleinere GbRs können ebenfalls die EÜR nutzen, solange sie unter den Umsatz- und Gewinngrenzen bleiben. Bei einer größeren oder komplexeren GbR wird die doppelte Buchführung notwendig, insbesondere bei gewerblicher Tätigkeit. Hier ist es wichtig, alle Transaktionen genau zu dokumentieren, um Unklarheiten oder Streitigkeiten zwischen den Gesellschafter:innen zu vermeiden – und natürlich, um Nachfragen des Finanzamtes vorzubeugen.

➡️ Buchhaltung für Selbstständige: Hilfreiche Tipps für weniger Stress

Ja, was denn nun: GbR oder Einzelunternehmen?

Welche Rechtsform für dich die richtige ist, hängt von deiner Situation und deinen Zielen ab. Als Einzelunternehmer:in bist du flexibel und hast weniger bürokratischen Aufwand, besonders mit der Kleinunternehmerregelung oder als Freiberufler:in. Diese Form ist zum Beispiel ideal für Solo-Selbstständige. Einen Haken gibt es: Du haftest persönlich, auch mit deinem Privatvermögen, für alle Verbindlichkeiten deines Unternehmens.

Planst du hingegen, mit anderen ein Unternehmen zu führen, bietet die GbR eine einfache und flexible Lösung, um Arbeit und Risiko zu teilen. Allerdings haften in einer GbR alle Gesellschafter:innen persönlich und unbeschränkt mit ihrem gesamten privaten Vermögen für die Schulden der Gesellschaft.

Diese Haftung ist gesamtschuldnerisch, jede:r Gesellschafter:in kann für die gesamte Verbindlichkeit in Anspruch genommen werden. Achtet darauf, vorab steuerliche Pflichten klar zu regeln und den höheren Buchführungsaufwand sowie die mögliche Gewerbesteuerpflicht im Blick zu behalten.

Neues E-book über den Einstieg in die Selbstständigkeit

20 Kapitel knallhart recherchiert und vom Steuerprofi geprüft

Kostenlos herunterladen
Sophia Author

Autor - Sophia Merzbach

Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.

Wer ist Sophia ?

Hast du gefunden, was du gesucht hast?

Das könnte dich auch interessieren

Brutto- und Netto-Einkommen für Selbstständige

Angestellte haben es leicht: Ein kurzer Blick auf die Lohnabrechnung genügt, um festzustellen, wie ...

Mehr erfahren

Was kann man als Selbstständiger von der Steuer absetzen?

Steuern absetzen als Selbstständiger – für viele ein leidiges Thema. Ob Chaos bei den Belege...

Mehr erfahren

Wie viel Geld sollte ich als Selbstständiger für Steuern beiseite legen?

Jeden Monat Geld für Steuern zurücklegen – klingt logisch, oder? Doch viele Selbstständige sind...

Mehr erfahren

Echte Erfahrungsberichte und Kommentare

Prompte Beantwortung 🙏

Birgit Koch

Accountable hat mir den Alltag wirklich spürbar erleichtert. Besonders gefällt mir, dass die App logisch aufgebaut ist und man sofort versteht, wo man was findet. Viele Dinge, die sonst nervige Routine sind, laufen hier einfach automatisch im Hintergrund mit. Was ich besonders gut finde: Man verliert nie den Überblick. Die App zeigt klar, was erledigt ist und was noch ansteht. Belege erfassen geht super schnell. Foto machen, fertig kein ewiges Sortieren oder Nachtragen. Der Support ist wirklich klasse. Ich habe ein paar Fragen gestellt und immer schnell hilfreiche Antworten bekommen. Nicht nur Standardtexte, sondern echte Hilfe. Man merkt, dass die App ständig besser wird. Updates bringen wirklich sinnvolle Verbesserungen, nicht nur Kosmetik. Unterm Strich: Accountable nimmt mir spürbar Arbeit ab und sorgt dafür, dass ich mich weniger mit Bürokratie herumschlagen muss. Genau so soll es sein.

Anonym

Der Kundenservice ist ausgezeichnet, ich bin enttäuscht, dass sie keine E-Commerce-Kunden annehmen.

Anonym

Klasse Service! Persönlich und kompetent.

Anonym

Vielen Dank ich habe zu jeder frage oder Problem eine Lösung angeboten bekommen.

Jamil Hammoud

Tolle Software. Einfach zu benutzen. Fantasticher Customer Service.

Mehmet Baha

Ich bin neu bei Accountable und noch in der Testphase. Bisher konnte ich die App intuitiv bedienen und bei Fragen habe ich eine zeitnahe und herzliche Unterstützung bekommen (Danke, Daniela!:)) Nach aktueller Erfahrung, würde ich Accountable immer weiterempfehlen.

Monika Sorban

I love the simplicity of the app, and especially the customer support. I havent used the app a lot, but i will for sure recommend.

Argir Popov

It was clear, friendly and supportive

Carlo Loiudice

Accountable ist super modern gestaltet und sehr gut durchdacht. Besonders hervorhebenswert ist, dass es viele Tools in einem vereint: Buchhaltung, Geschäftskonto, Steuererklärung, Steuerberatung und vor allem der automatische Rechnungsversand ist super praktisch. Ich kann es nur empfehlen!

André Schröder