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Als Musiklehrer selbstständig: So geht’s

Geschrieben von: Sophia Merzbach

Aktualisiert am: Februar 13, 2025

Lesezeit: 4 Minuten

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Du träumst davon, deine Leidenschaft für Musik mit anderen zu teilen und selbstständig als Musiklehrer:in durchzustarten? Es ist definitiv eine aufregende Reise, die du in Angriff nehmen kannst.

In diesem Blogartikel liest du, wie du diesen Schritt erfolgreich gehen kannst, ganz ohne Studium oder große Vorerfahrung als Lehrer:in. Erfahre jetzt, wie du dich als Musiklehrer:in selbstständig machen kannst!

1. Als Musiklehrer selbstständig machen: Die Qualifikationen

Zunächst einmal stellt sich die Frage, ob du als Musiklehrer:in bereits eine Ausbildung hast oder nicht. Wenn du eine abgeschlossene Ausbildung als Musikpädagog:in hast, ist das großartig! Du hast bereits einen soliden Hintergrund und kannst direkt mit der Planung deiner Selbstständigkeit beginnen.

Musiklehrer:in werden geht jedoch auch ohne Studium. Viele erfolgreiche Musiklehrer:innen sind Quereinsteiger und haben ihre Kenntnisse autodidaktisch oder durch langjährige praktische Erfahrung erworben. Solange du dein Instrument gut beherrschst und über fundierte Kenntnisse in der Musiktheorie verfügst, kannst du als Musiklehrer:in starten.

2. Planung und Vorbereitung

Bevor du dich als Musiklehrer:in selbstständig machst, solltest du einen klaren Geschäftsplan entwickeln. Der Businessplan sollte die folgenden Schlüsselelemente enthalten:

  • Unternehmensbeschreibung: Beschreibe dein Musiklehrer:innen-Geschäft und definiere deine spezifischen Dienstleistungen. Erkläre, welche Instrumente oder Themen du unterrichtest und welche Zielgruppe du ansprechen möchtest. Richtet sich dein Unterrichtsangebot an Anfänger:innen oder Fortgeschrittene? Möchtest du lieber Kinder oder Erwachsene unterrichten?

  • Marktanalyse: Untersuche den Markt für Musikunterricht in deiner Region und identifiziere deine Konkurrenz. Analysiere zudem die Bedürfnisse und Vorlieben deiner potenziellen Schüler:innen, um dein Angebot gezielt anzupassen.

  • Marketing- und Vertriebsstrategie: Lege deine Marketingmaßnahmen fest, um neue Schüler:innen zu gewinnen. Definiere, wie du deine Dienstleistungen bekannt machst und welche Kanäle du für die Kundenakquise nutzen wirst.

  • Finanzplan: Erstelle eine Übersicht über deine erwarteten Einnahmen und Ausgaben. Setze deine Preise realistisch an und kalkuliere die laufenden Kosten für Räumlichkeiten, Instrumente, Werbung usw.

  • Rechtsform und Steuern: Entscheide, ob du als Freiberufler:in oder Gewerbetreibende:r agieren möchtest. In einem folgenden Abschnitt informieren wir dich über die steuerlichen Unterschiede. Für weitere Informationen lies unseren Beitrag zum Thema Freiberuflichkeit und Steuern.  

  • Unterrichtsraum und Ausstattung: Beschreibe den Ort, an dem du deine Musikstunden geben möchtest, und erläutere, welche Ausstattung du dafür benötigst.

  • Ziele und Vision: Setze klare, realistische Ziele für dein Musiklehrer:in-Geschäft und beschreibe deine langfristige Vision.

Ein gut durchdachter Businessplan ist eine wertvolle Roadmap für deinen Erfolg als selbstständige:r Musiklehrer:in und hilft dir, deine Ziele zu erreichen und deine Ressourcen effizient einzusetzen.

3. Selbstständigkeit und Steuern als Gewerbetreibender oder Freiberufler

Als Musiklehrer:in kannst du entweder als Freiberufler:in oder als Gewerbetreibende:r tätig sein. Der Unterschied zwischen den beiden Statusarten hat Auswirkungen auf deine steuerlichen Pflichten:

Freiberuflicher Musiklehrer

Als freiberufliche:r Musiklehrer:in übst du eine freiberufliche Tätigkeit aus. Hierzu zählen typischerweise Berufe, die auf wissenschaftlicher, künstlerischer, schriftstellerischer, unterrichtender oder erzieherischer Ebene tätig sind. Musiklehrer:innen werden oft als Freiberufler:innen eingestuft, da ihre Tätigkeit in den Bereich der Lehre und Erziehung fällt. Um als Freiberufler:in zu gelten, solltest du eine qualifizierte Ausbildung oder entsprechende Erfahrung im Bereich Musik vorweisen können.

Steuerliche Pflichten für freiberufliche Musiklehrer

Gewinn: Als Freiberufler:in ermittelst du deinen Gewinn durch die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR). Dabei werden deine Einnahmen den Ausgaben gegenübergestellt, und die Differenz ergibt deinen Gewinn.

💡Tipp von Accountable: Wie du deine EÜR erstellst, erfährst du hier.

Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer): Freiberufler:innen können der Kleinunternehmerregelung unterliegen, bei der keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt werden muss, solange der Umsatz bestimmte Grenzen nicht überschreitet (22.000 Euro Umsatz im ersten Jahr). Solltest du dich als Kleinunternehmer regeistrieren, bist du als freiberufliche:r Musiklehrer:in von dieser Steuer befreit. Allerdings kannst du in diesem Fall auch keine Vorsteuer geltend machen.

Musiklehrer - Gewerbe

Als gewerbetreibende:r Musiklehrer:in betreibst du ein Gewerbe, das auf die Erzielung von Gewinnen ausgerichtet ist. In einigen Fällen kann das Finanzamt die Tätigkeit eines Musiklehrers bzw. einer Musiklehrerin als gewerblich einstufen, vor allem wenn die Tätigkeit unternehmerischer Natur ist und keine freiberufliche Qualifikation vorliegt.

Steuerliche Pflichten für gewerbetreibende Musiklehrer

Gewerbesteuer: Gewerbetreibende müssen Gewerbesteuer zahlen, die von der Höhe des Gewerbeertrags abhängt. Die Gewerbesteuer ist eine kommunale Steuer und kann von Stadt zu Stadt unterschiedlich sein.

Einkommensteuer: Als Gewerbetreibende:r musst du deinen Gewinn in der Regel durch eine Bilanz oder eine Einnahmenüberschussrechnung (je nach Unternehmensgröße) ermitteln und ihn in der Einkommensteuererklärung angeben.

Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer): Da Gewerbetreibende in der Regel umsatzsteuerpflichtig sind, müssen sie regelmäßig Umsatzsteuervoranmeldungen beim Finanzamt einreichen. Als selbstständige:r Musiklehrer:in ist die Umsatzsteuer also auch für dich relevant, wenn du ein Gewerbe betreibst. Im Gegensatz zu Freiberufler:innen kannst du damit auch die Vorsteuer geltend machen.

💡Tipp von Accountable: Hier haben wir dir weitere Informationen zu den verschiedenen Steuern für Selbstständige zusammengestellt.

4. Marketing und Kundenakquise

Als selbstständige:r Musiklehrer:in ist es wichtig, dass du dich bekannt machst und potenzielle Schüler:innen erreichst. Nutze Social Media, um dich zu präsentieren und Beispiele deines Könnens zu zeigen. Erstelle eine Webseite oder einen Blog, auf dem du deine Dienstleistungen vorstellst und Feedback von zufriedenen Schüler:innen teilst.

Mache auch offline Werbung, indem du Flyer in Musikgeschäften oder Schulen auslegst. Mund-zu-Mund-Propaganda ist immer noch eine der besten Möglichkeiten, um neue Schüler:innen zu gewinnen. Biete auch Schnupperstunden an, um Interessierten die Möglichkeit zu geben, dich und deinen Unterricht unverbindlich kennenzulernen.

5. Preisgestaltung

Lege deine Preise realistisch fest. Berücksichtige dabei deine Qualifikationen, die Dauer der Unterrichtsstunden und den regionalen Markt. Sei nicht zu günstig, um dich nicht unter Wert zu verkaufen, aber auch nicht zu teuer, um potenzielle Schüler:innen nicht abzuschrecken. Sei transparent in Bezug auf deine Preise und eventuelle Paketangebote.

💡Tipp von Accountable: So berechnest du deinen Stundenlohn.

6. Deine Leidenschaft weitergeben

Als Musiklehrer:in ist es wichtig, dass du deine Leidenschaft für die Musik und das Unterrichten zeigst. Gehe auf die Bedürfnisse und Wünsche deiner Schüler:innen ein und motiviere sie, ihre Fähigkeiten zu verbessern. Engagierte und empathische Lehrer:innen werden von Schüler:innen geschätzt und weiterempfohlen.

Zusammenfassung 

Als Musiklehrer:in selbstständig zu sein, bietet dir die Möglichkeit, deine Leidenschaft für Musik mit anderen zu teilen und dein eigenes Unternehmen aufzubauen. Mit einer guten Planung, einer klaren Vision und viel Enthusiasmus kannst du als freiberufliche:r Musiklehrer:in erfolgreich sein, selbst ohne formale Ausbildung als Lehrer:in.

Sei geduldig, arbeite hart und lass deine Begeisterung für Musik in deinem Unterricht aufblühen. Viel Erfolg auf deinem Weg als selbstständige:r Musiklehrer:in!

💡Bei uns findest du viel weitere Informationen zu Themen wie nebenberufliche Selbstständigkeit, Versicherungen, Steuern und dem Unterschied zwischen Betriebsausgaben und Werbungskosten.

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Autor - Sophia Merzbach

Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.

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