Wer sich nebenberuflich selbstständig macht, genießt verschiedene Vorteile. Der größte: Mit einer selbstständigen Nebentätigkeit parallel zum gesicherten Angestelltenverhältnis gehst du ein geringeres finanzielles Risiko ein, als wenn du dich komplett selbstständig machen würdest.
Zudem schaffst du dir damit ein zweites berufliches Standbein und hast mehr Zeit, Ideen zu entwickeln oder Neues auszuprobieren.
Möchtest du den Weg in die nebenberufliche Selbstständigkeit erfolgreich bewältigen, dann beachte unsere Tipps & Tricks. Sie helfen dir dabei, Fehler zu vermeiden und sich bietende Chancen optimal zu nutzen.
Sich selbstständig machen, heißt nicht nur Träume zu realisieren, sondern auch Risiken einzugehen. Um die finanzielle Belastung gering zu halten, entscheiden sich immer mehr Arbeitnehmer:innen für die nebenberufliche Selbstständigkeit. Im Vergleich zum großen Sprung in die Selbstständigkeit bietet eine selbständige Nebentätigkeit viele Vorzüge. So kannst du zunächst in die Selbstständigkeit „hineinschnuppern“, ohne große finanzielle Risiken auf dich zu nehmen.
Zu den Vorteilen der nebenberuflichen Selbstständigkeit zählen zudem:
Folgende Tipps und Tricks sollen dir helfen, den Weg in die nebenberufliche Selbstständigkeit erfolgreich zu bewältigen:
So viele Vorteile eine nebenberufliche Selbstständigkeit auch bietet, sie bedeutet gleichzeitig eine Doppelbelastung. Es kommt daher darauf an, die richtige Balance zwischen hauptberuflichen Verpflichtungen und nebenberuflichen Zielen zu finden. Nur so vermeidest du, dass du durch die entstehende Mehrarbeit deinen Hauptberuf vernachlässigst und deine Haupteinkommensquelle gefährdest. Ein sorgfältiges Zeitmanagement ist gefragt. Dazu zählt auch, die eigenen Grenzen zu kennen und nicht mehr Aufgaben anzunehmen, als du bewältigen kannst.
Ein praktisches Werkzeug, um die Doppelbelastung durch Hauptberuf und nebenberufliche Selbstständigkeit zu bewältigen, ist der Businessplan. Ein sorgfältig ausgearbeiteter Businessplan sollte am Anfang jeder Selbstständigkeit stehen. In ihm definierst du Pläne, Ziele und Verpflichtungen und konkretisierst Maßnahmen, um Geschäftsideen zu realisieren. Ein Businessplan dient dir langfristig als Leitfaden für dein Geschäftsvorhaben und hilft dir, den Fokus nicht zu verlieren.
Zu den Punkten, die jeder Businessplan enthalten sollte, zählen:
Du solltest eine nebenberufliche Tätigkeit unter keinen Umständen aufnehmen, ohne zuvor deine:n aktuellen Arbeitgeber:in darüber zu informieren. Prüfe deinen Arbeitsvertrag hinsichtlich möglicher Vorgaben zu Nebentätigkeiten. Grundsätzlich gilt, dass eine unangekündigte Nebentätigkeit nicht als Kündigungsgrund genügt. Dennoch kommt es darauf an, offen und transparent mit deiner bzw. deinem Arbeitgeber:in zu kommunizieren. Nur auf diese Weise lässt sich dein Zeitmanagement von Haupt- und Nebenberuf optimal planen und das Wohlwollen und die Unterstützung des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin gewinnen.
Als Arbeitnehmer:in mit Nebentätigkeit musst du deiner Arbeitgeberin bzw. deinem Arbeitgeber gegenüber Pflichten einhalten, um ein Arbeitgeber:in-Veto gegen deine Selbstständigkeit zu vermeiden. Dazu zählen:
Wer nebenberuflich tätig und zudem die Kleinunternehmerregelung anmeldet, bleibt von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Das gilt zumindest dann, wenn du die aktuelle jährliche Einkommensgrenze für Kleinunternehmer:innen nicht überschreitest (Stand 2022: 22.000 Euro). Nimmst du die Kleinunternehmerregelung nicht in Anspruch, so gilt auch für dich die Pflicht zur Umsatzsteuervoranmeldung.
Wenn du dich in der Frage „Freiberufler:in oder Gewerbe“ für eine freiberufliche Tätigkeit entscheidest und kein Gewerbe anmeldest, profitierst du von folgenden Steuervorteilen:
Einer der wichtigsten Schritte bei Aufnahme einer nebenberuflichen Selbstständigkeit ist die Anmeldung beim Finanzamt. Diese erfolgt über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Welche Formalien du hierbei beachten musst, hängt davon ab, für welche Rechtsform du dich entscheidest. So kannst du auch bei selbstständiger Nebentätigkeit die Rechtsformen Einzelunternehmer, Gewerbetreibende, Ein-Personen-AG, GbR oder GmbH wählen. Je nach Rechtsform unterscheiden sich die Steuervorteile, Haftungsverpflichtungen und finanzielle Voraussetzungen.
Zu weiteren Anmeldepflichten gehören je nach Art der Tätigkeit folgende:
Für das Finanzamt ist vor allem entscheidend, ob deine Nebentätigkeit deinen Hauptberuf hinsichtlich Zeit, Aufwand und Einkommen übersteigt. In dem Fall besteht die Möglichkeit, dass du von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht ausgenommen wirst und dich zusätzlich zum Angestelltenverhältnis als nebenberuflich selbstständig versichern musst.
Weitere Steuerpflichten wie die Gewerbesteuer oder die Körperschaftssteuer kommen in Frage, wenn du ein Gewerbe anmeldest oder eine Kapitalgesellschaft gründest. Für alle nebenberuflich Selbstständigen fällt ebenfalls die Einkommenssteuer an, wenn du den Grundfreibetrag übersteigst (Stand 2022: 9.984 Euro).
Schneller als du glaubst kann es passieren, dass deine nebenberufliche Selbstständigkeit zur Scheinselbständigkeit wird. Das gilt, wenn du fünf Sechstel deines Einkommens über eine:n einzelne:n Auftraggeber:in erzielst oder sogar dieselben Aufgaben für deine:n hauptberufliche:n Arbeitgeber:in erledigst. Falls nebenberuflich Selbstständige weisungsgebunden und in einem abhängigen Arbeitsverhältnis zu einer Auftraggeberin bzw. einem Auftraggeber arbeiten, verfällt der Status der Selbstständigkeit. Für das Finanzamt befindest du dich demnach in einem Angestelltenverhältnis.
Obwohl es Konsequenzen für eine Scheinselbstständigkeit geben kann, betreffen die Folgen in erster Linie die Arbeitgeber:innen. Dazu zählen Nachzahlungen für Steuern, Sozialabgaben, Urlaub und Kündigungsschutz sowie Lohnfortzahlung.
Je nach Tätigkeit gilt es, erforderliche Genehmigungen vorzulegen. Dazu zählen unter anderem Gewerbeanmeldungen für Gewerbetreibende oder der Nachweis bestimmter Qualifikationen beim Finanzamt.
Ob eine Erlaubnispflicht vorliegt, definiert unter anderem die Gewerbeordnung. Erlaubnispflichtige Tätigkeiten mit benötigtem Nachweis von Qualifikationen umfassen etwa Privatkrankenanstalten, Pfandleihen, Spielgewerbe, Versicherungsvermittlung/-beratung, Reisegewerbe oder auch Bewachungstätigkeiten. Tätigkeiten wie Physiotherapie erfordern wiederum eine Anmeldung beim Gesundheitsamt oder bei Bedarf eine Kassenzulassung.
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Autor - Sophia Merzbach
Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.
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