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Selbstständig als Dolmetscher machen – Das solltest du beachten

Geschrieben von: Tino Keller

Aktualisiert am: Februar 13, 2025

Lesezeit: 4 Minuten

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Du bist ein wahres Sprachtalent, sprichst gleich mehrere Fremdsprachen fließend und willst deshalb selbstständig als Dolmetscher arbeiten? Hier erfährst du, was du auf deinem Weg in die Selbstständigkeit beachten musst, wie viel du als freiberufliche:r Dolmetscher:in verdienst und welche steuerlichen Verpflichtungen auf dich zukommen. 

Voraussetzungen, um selbstständig als Dolmetscher zu arbeiten 

In Deutschland kann jede:r als Dolmetscher:in arbeiten, denn die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Das heißt, dass es keine weiteren speziellen gesetzlich geregelten Voraussetzungen gibt, die du für deine angestrebte Selbstständigkeit nachweisen musst. Das mag zunächst vielversprechend klingen und dich in deinem Vorhaben, selbstständig als Dolmetscher:in zu arbeiten bestärken, doch gleichzeitig bedeutet es auch, dass du mit einer entsprechend großen Konkurrenz rechnen musst.  Ganz so einfach ist es allerdings auch nicht. Denn natürlich ist es meist ohne die erforderlichen Qualifikationen schon fachlich gesehen gar nicht möglich, selbstständig als Dolmetscher:in zu arbeiten und auch erfolgreich zu sein. Dazu benötigst du zum Beispiel einen entsprechenden Bachelor- oder Masterabschluss im Studiengang „Übersetzen & Dolmetschen“. Aber auch durch eine fachspezifische Ausbildung, wie z.B. als Fremdsprachenkorrespondent:in oder durch eine Weiterbildung an einer Fernhochschule, kannst du die nötigen Qualifikationen erlangen.

Selbstständig als staatlich geprüfter Dolmetscher

Falls du deine fachbezogene Ausbildung erfolgreich absolviert oder bereits drei Jahre Berufserfahrung hast, kannst du zusätzlich eine zertifizierte Prüfung für Dolmetscher:innen und Gebärdensprachendolmetscher:innen absolvieren, die in vielen Bundesländern angeboten wird. Danach bist du als staatlich geprüfte:r Dolmetscher:in dazu berechtigt, auch für Behörden, Gerichte und Notare zu arbeiten. Bevor du dich selbstständig machst, solltest du genau überlegen, was deine individuellen Fachgebiete sind und ob es vielleicht Sinn macht, deine bereits vorhandenen Qualifikationen nochmals zu erweitern. Denn als selbstständige:r Dolmetscher:in kannst du, je nach Qualifikation, in den verschiedensten Bereichen arbeiten. So z.B. auch als:
  • Gerichtsdolmetscher:in
  • Dolmetscher:in bei der Polizei
  • Konferenzdolmetscher:in in der freien Wirtschaft
  • Konferenzdolmetscher:in bei Institutionen wie der Europäischen Union
  • Dolmetscher:in im Gemeinwesen 
Dabei solltest du deine Entscheidung nicht grundsätzlich von deinem Interessengebiet abhängig machen, denn dein Verdienst hängt hauptsächlich auch davon ab, in welchem und in wie vielen dieser Bereiche du selbstständig als Dolmetscher:in arbeitest. 

Freiberuflicher Dolmetscher: Verdienst

Wie viel du als freiberufliche:r Dolmetscher:in verdienst lässt sich nicht genau sagen, denn dein Gehalt ist von weiteren unterschiedlichen Faktoren abhängig. Neben der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, die, wie in anderen Bereichen auch, erheblichen Einfluss auf deine Auftragslage hat, hängt dein Verdienst auch von deinem Tätigkeitsfeld ab. Dabei gilt grundsätzlich, dass du dich nicht allein auf einen Bereich beschränken solltest. Die meisten Dolmetscher sind in unterschiedlichen Feldern aktiv, was sich wiederum positiv auf den Verdienst auswirkt.  Grundsätzlich musst du bei deinem Verdienst unterscheiden, ob du direkt oder durch eine Agentur beauftragt wirst. In letzterem Fall musst du zwar einen Teil deines Verdiensts als „Vermittlungsgebühr“ an diese abtreten, du profitierst aber im Gegenzug vom großen Agentur-Netzwerk, das potentielle Auftaggeber:innen bündelt. Wirst du z.B. direkt von der Polizei oder einem Gericht bestellt, bleibt dein Gehalt dagegen komplett bei dir. Dieses kann, je nach Tätigkeitsfeld, wie folgt ausfallen:
  • Gerichtsdolmetscher:in: ca. 85,00 € pro Stunde
  • Dolmetscher:in bei der Polizei: ca. 50,00 € pro Stunde
  • Konferenzdolmetscher:in in der freien Wirtschaft: Tagessatz auf Konferenzen, bei Meetings oder Vorträgen von ca. 750,00 €
Der Verdienst von Konferenzdolmetscher:innen ist im Gegensatz zu anderen Bereichen deutlich höher, da diese in der Regel ein spezielles Studium abgeschlossen haben. Egal, in welchem Bereich du in Zukunft selbstständig als Dolmetscher:in arbeiten willst: Du solltest dabei nicht die Ausgaben außer Acht lassen, die als Freiberufler:in zusätzlich auf dich zukommen.

Selbstständig als Dolmetscher: Freiberuflich oder gewerblich?

Dolmetscher:innen sind in der Regel freiberuflich tätig, denn ihre selbstständige Tätigkeit gehört nach § 18 des Einkommensteuergesetz (EstG) zu den sogenannten Katalogberufen. Diese werden als selbstständige wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit definiert, für die eine besondere Qualifikation oder Ausbildung nötig ist. Eine freiberufliche Tätigkeit bietet dir im Gegensatz zu einem angemeldeten Gewerbe einige Vorteile:
  • Du musst keine Gewerbe-, sondern nur Einkommensteuer zahlen.
  • Dein Gewinn wird einfach die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ermittelt.
  • Es besteht keine Bilanzierungspflicht.
  • Eine IHK-Mitgliedschaft ist nicht verpflichtend. Stattdessen empfiehlt sich jedoch eine Mitgliedschaft beim Bundesverband für Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ).
Damit du als Freiberufler:in arbeiten kannst, musst du deine Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt anmelden. Dazu musst du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung online ausfüllen. Das Finanzamt nimmt danach deine steuerliche Einstufung vor und teilt dir deine Steuernummer mit. Allerdings solltest Du beachten, dass du dich als Freiberufler:in selbst um deine Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung sowie deine Altersvorsorge kümmern musst. Auch wenn es mittlerweile günstige Privat-Tarife gibt, solltest du diese Extrakosten nicht unterschätzen.  ➡️ Hier geht's zu offiziellen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.

Dolmetscher: Freiberufler und die Umsatzsteuer

Neben der Einkommensteuer kann es sein, dass du als freiberuflicher Dolmetscher eine weitere Steuer zahlen musst: die Umsatzsteuer. Ob du diese ausweisen musst, hängt dabei von der Höhe deines Verdienstes ab. Falls du für deine freiberufliche Tätigkeit als Dolmetscher von der Kleinunternehmer-Regelung gebrauch machst, bist du jedoch grundsätzlich von der Umsatzsteuer befreit. Dazu musst du folgendes beachten:
  • Dein Umsatz darf im Gründungsjahr 22.000 Euro nicht übersteigen. 
  • Im folgenden Jahr darf der Umsatz nicht mehr als 50.000 Euro betragen.
  • Falls du deine Tätigkeit mitten im Jahr aufgenommen hast, muss deine Umsatzschätzung auf 12 Monate hochgerechnet werden.
Die Kleinunternehmerregelung eignet sich vor allem zu Beginn deiner Tätigkeit als selbständige:r Dolmetscher:in, wenn du deine Auftragslage noch nicht genau einschätzen kannst. Ist deine Auftragslage besser als erhofft und du verdienst mehr als 22.000 Euro im ersten Jahr oder überschreitest die 50.000 Euro im zweiten Jahr, verfällt dein Kleinunternehmer-Status und du musst Umsatzsteuer zahlen.

Selbstständig als Dolmetscher: Gewerbe anmelden

Natürlich kannst du als Dolmetscher:in auch ein Gewerbe anmelden. Dazu bist du sogar verpflichtet, wenn du neben deinen eigenen Dienstleistungen auch noch solche von Dritten anbietest, wie z.B. die eines Übersetzers, der für dich Dokumente übersetzt, während du dich selbst nur um das gesprochene Wort kümmerst.  In diesem Fall musst du dein Gewerbe beim örtlichen Gewerbeamt anmelden. Nachdem du den Anmeldebogen versandt hast, erhältst du nach etwa 14 Tagen automatisch den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung vom Finanzamt, denn von nun an musst du Gewerbesteuer zahlen. Außerdem kann es sein, dass für dich nun eine Pflichtmitgliedschaft in der jeweiligen Industrie- und Handelskammer besteht. 

Selbstständig als Dolmetscher: So bekommst du deine ersten Aufträge

Um als freiberufliche:r Dolmetscher:in erfolgreich in deine Selbstständigkeit zu starten, solltest du gleich zu Beginn wissen, wo du deine ersten Aufträge herbekommen kannst. Am sinnvollsten ist es, wenn du dir zunächst ein Profil auf einer Dolmetscher-Plattform einrichtest, denn über das Internet lassen sich meist schnell und einfach Aufträge an Land ziehen. Mit jeder positiven Bewertung steigen dabei die Chancen auf mehr und regelmäßigere Aufträge.  Natürlich bietet sich auch die Kooperation mit verschiedenen Dolmetscher-Agenturen an, die dich an ihre Kunden weitervermitteln. Jedoch kann es sein, dass du hier einen gewissen Anteil deines Verdienst als „Vermittlungs-Gebühr“ abgeben musst. Zusätzlich besteht immer die Gefahr einer möglichen Scheinselbstständigkeit, wenn du bei nur einer Agentur stets fest eingebunden bist und keine anderen Quellen für deine Aufträge hast. 
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Autor - Tino Keller

Tino Keller ist der Mitbegründer von Accountable und möchte damit Steuern und Finanzen für Selbstständige revolutionieren.

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