Die Gründung einer Tischlerei steckt voller Herausforderungen und Chancen. Eine sorgfältige Planung und Vorbereitung sind entscheidend. In diesem Artikel findest du viele Informationen und hilfreiche Tipps, um deine eigene Tischlerei erfolgreich zu eröffnen.
Bevor du eine Tischlerei gründest, musst du dich mit den gesetzlichen Anforderungen auseinandersetzen. Eine zentrale Frage ist dabei, ob du einen Meisterbrief benötigst.
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Ein Meisterbrief ist im Tischlerhandwerk traditionell eine Voraussetzung für die Betriebsgründung. Der Meistertitel belegt, dass du über umfassende fachliche und betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügst. Er ist auch erforderlich, wenn du Lehrlinge ausbilden möchtest. Ein Vorteil des Meisterbriefs ist, dass er dir ein hohes Maß an Vertrauen bei Kund:innen und Geschäftspartner:innen einbringt.
💡Tipp von Accountable: Gegebenenfalls hast du Anspruch auf staatliche Förderung in Form der Meistergründungsprämie.
Auch ohne Meisterbrief kannst du eine Tischlerei gründen, allerdings sind die Hürden höher. Du hast die Möglichkeit, einen Ausnahmebewilligungsantrag zu stellen, wenn du nachweisen kannst, dass du über ausreichend Berufserfahrung (mindestens sechs Jahre als Geselle, davon vier Jahre in leitender Position) und fachliche Kenntnisse verfügst.
Eine andere Möglichkeit ist, dass du dich in deiner Tischlerei auf die Tätigkeit als Geschäftsführer:in konzentrierst. In diesem Fall musst du eine:n Meister:in einstellen oder eine:n Betriebsleiter:in mit Meisterbrief benennen, um die Anforderungen zu erfüllen.
➡️ Weitere Infos findest du im Artikel „Ohne Meister selbstständig als Handwerker arbeiten? So gehts!“
Ein detaillierter Businessplan ist das Fundament jeder erfolgreichen Unternehmensgründung. Beschreibe, welche Dienstleistungen und Produkte du anbieten möchtest, wer deine Zielgruppe ist und wie du dich von der Konkurrenz abheben wirst. Eine realistische Finanzplanung beinhaltet eine Aufstellung der erforderlichen Investitionen sowie eine Rentabilitätsvorschau.
Die Gründung einer Tischlerei erfordert erhebliches Startkapital. Zu den größten Posten gehören die Anschaffung von Maschinen und Werkzeugen, die Miete oder der Kauf von Geschäftsräumen sowie die Einrichtung der Werkstatt. Hinzu kommen laufende Kosten wie Miete, Strom, Wasser, Materialkosten und Gehälter. Außerdem solltest du Rücklagen für Steuern und unvorhergesehene Ausgaben einplanen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die benötigten Mittel zu beschaffen. Eigenkapital, also deine eigenen Ersparnisse, ist die beste Basis. Darüber hinaus kannst du Bankkredite in Anspruch nehmen oder nach Förderprogrammen für Existenzgründer suchen.
Die Wahl der passenden Rechtsform für dein Unternehmen hat weitreichende Konsequenzen für Haftung, Steuern und Verwaltung. Übliche Formen bei Tischlereien sind:
Sobald die rechtlichen Grundlagen geklärt sind, musst du dein Unternehmen offiziell anmelden und verschiedene Formalitäten erledigen.
Die Anmeldung deines Gewerbes erfolgt beim Gewerbeamt deiner Stadt oder Gemeinde.
Dein Betrieb muss in die Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen werden. Dies ist verpflichtend und mit Gebühren verbunden. Die Handwerkskammer bietet zudem zahlreiche Dienstleistungen und Beratungen für Existenzgründer an.
Die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall ist ebenfalls obligatorisch. Die BGHM ist für die Unfallversicherung deiner Mitarbeiter:innen zuständig.
Eine Mitgliedschaft in Branchenverbänden und Innungen kann dir wertvolle Unterstützung und zahlreiche Netzwerk-Möglichkeiten bieten. Sie helfen dir, aktuelle Informationen zu erhalten, Schulungen zu besuchen und Kontakte zu anderen Handwerkern zu knüpfen.
Verschiedene Versicherungen sind notwendig, um dein Unternehmen und dich selbst abzusichern. Du benötigst in jedem Fall:
Die sorgfältige Planung und Einrichtung deiner Werkstatt sind entscheidend für den späteren Erfolg.
Wähle eine gut erreichbare Lage, sowohl für deine Mitarbeiter:innen als auch für Kund:innen und Lieferanten. Die Größe der Werkstatt sollte ausreichend Platz für Maschinen, Werkstoffe und Arbeitsflächen bieten. Denke auch an ausreichend Lagerfläche und einen geeigneten Bereich für Bürotätigkeiten.
Investiere in hochwertige Maschinen und Werkzeuge, die für deine Arbeiten geeignet sind. Dazu gehören unter anderem Kreissägen, Hobelmaschinen, Fräsen und Schleifmaschinen. Achte darauf, dass die Maschinen den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen und regelmäßig gewartet werden.
Sicherheit am Arbeitsplatz hat höchste Priorität. Dazu gehören Brandschutzmaßnahmen, Notausgänge und eine sichere Lagerung von Materialien. Halte die gesetzlichen Anforderungen konsequent ein. Schulungen für deine Mitarbeiter in Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind ebenfalls wichtig.
Gutes Personal ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Betrieb. Die Rekrutierung und Ausbildung von Mitarbeitern sind daher zentrale Aufgaben.
Suche gezielt nach erfahrenen Tischler:innen und handwerklich geschickten Mitarbeiter:innen. Nutze hierfür Jobportale, Branchenverbände und persönliche Netzwerke. Biete attraktive Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten, um qualifizierte Fachkräfte für dein Unternehmen zu gewinnen und zu halten.
Um Lehrlinge auszubilden, benötigst du entweder selbst einen Meisterbrief oder eine befähigte Person in deinem Betrieb. Die Ausbildung von Azubis bringt frischen Wind in den Betrieb und sichert den Fachkräftenachwuchs. Achte auf die gesetzlichen Anforderungen und plane genügend Zeit und Ressourcen für die Ausbildung ein. Eine gute Betreuung und regelmäßige Schulungen sind entscheidend für den Erfolg der Ausbildung.
Ein durchdachtes Marketing ist entscheidend, um neue Kunden zu gewinnen und deinen Betrieb bekannt zu machen.
Eine professionelle Website ist das Herzstück deines Online-Marketings und sollte Infos über deine Leistungen, Referenzen und Kontaktmöglichkeiten bieten. Eine gut gestaltete Website mit ansprechenden Bildern und klaren Texten hinterlässt einen positiven Eindruck bei potenziellen Kund:innen. Soziale Medien wie Facebook und Instagram sind hervorragende Plattformen, um deine Arbeiten zu präsentieren und mit Kunden in Kontakt zu treten.
Auch traditionelle Methoden solltest du nicht vernachlässigen. Verteile Flyer und Broschüren, um potenzielle Kund:innen auf dich aufmerksam machen. Lokale Werbung, etwa durch Anzeigen in regionalen Zeitungen und Magazinen, kann ebenfalls wirksam sein. Und unterschätze nicht die Macht vonWeiterempfehlungen.
Die Übernahme einer bestehenden Tischlerei kann eine attraktive Alternative zur Neugründung sein. Du profitierst von einer etablierten Infrastruktur, vorhandenen Geschäftsräumen, Maschinen, einem eingespielten Team und einem bestehenden Kundenstamm, was den Geschäftsaufbau erleichtert.
Vor der Übernahme ist eine sorgfältige Bewertung des Betriebs notwendig (finanzielle Situation, Zustand der Maschinen, …). Ein:e unabhängige:r Gutachter:in kann dabei helfen, den tatsächlichen Wert zu ermitteln. Plane auch den Übergabeprozess gut und strukturiere ihn klar. Eine Übergangsphase, in der der:die alte Inhaber:in beratend zur Seite steht, kann sinnvoll sein.
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Autor - Sophia Merzbach
Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.
Wer ist Sophia ?Danke für dein Feedback!
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